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Herzogenhorn - Sommerlehrgang 2003

Der Lehrgangsabschnittsbericht

Mittwoch Abend in Stuttgart:
Das Training beim Aikido-Club Stuttgart ist vorbei. Auf dem Herzogenhorn wird diese Woche auch fleißig trainiert und Alfred Heymann habe ich seit dem BL in Bruchsal nicht mehr gesehen. Letztes Jahr war ich 3 Wochen auf dem Horn. Dieses Jahr ging´ s leider nicht. Aber morgen könnte ich.

Donnerstag:

7.15 - Der Kaffee schmeckt nicht so recht. Trotzdem schon wach. Schnell ins Auto.

9.30 – Dichter Nebel! Es kann nicht mehr weit sein. Ein Blick durch das Hallenfenster, sie stehen schon bereit. Alfred begrüßt mich herzlich mit den Worten: "Hast Du deine Digitalkamera dabei?" Hab´ ich. Das Lehrgangsfoto steht auf dem Programm. Ich gehöre nicht drauf und darf deshalb alle anwesenden Fotoapparate ausprobieren.

9.42 – Das Ende der Gymnastik bekomme ich noch mit. Dann Abwehr von Angriffen mit dem Messer. Super, ich falle nicht unangenehm auf, wenn ich nach jeder Übung den Partner wechsle. Vor 20 Jahren war das selbstverständlich, geriet aber durch die "Kataisierung" des "klassischen" Aikido zwischenzeitlich in Vergessenheit. (Die Kataisierung ist ein ca. 24 Jahre dauernder Zeitabschnitt der "Aikido-Evolution", in dem die Ausführung festgelegter Formen auf alle Bereiche und Prüfungsfächer des Aikido übertragen wurde. In dieser Zeit entwickelte sich auch der Begriff Lieblings-Uke. Dies ist der Partner, mit dem ausschließlich trainiert wird, um bei Prüfungen harmonische Höchstleistungen zu erzielen.)

Jedenfalls ist das Partnerwechseln bei Alfred ausdrücklich erwünscht. Fliegen und fliegen lassen, so macht Aikido Spaß. Schließlich holt mich Alfred noch als Uke. Er hat sich für mich was besonderes ausgedacht: "Kote-mawashi-surprise" (=Überraschungs-nikyo). Eine wirkungsvolle Technik, bei der man sich dem Schmerz nicht entziehen kann. Extrem langsam ausgeführt, lassen sich die Feinheiten im Gesichtsausdruck des Uke deutlicher erkennen.

12.00 – Mein Magen freut sich. Lehrgansleiter Berthold, der nördlichste aller Schwaben (Bad Bramstedt), hat schon mal eine zusätzliche Portion Mittagessen für mich bestellt. Toller Service.

14.00 – Warum rumsitzen? Ich geh´ auf die Matte. 27-30er-Stab-Kata üben. (Eine Vorstufe der 31-er Stab-Kata, bei der das Endergebnis je nach Tagesform und Konzentrationsfähigkeit des Ausführenden mehr oder weniger variiert.) Wieso komme ich nie auf 31. Gerd aus Northeim versucht sich inzwischen an der komplexen Stab-Kata von Meister Brun, die er sich an Pfingsten gerne gemerkt hätte. Da ich´ s auch nicht kann zeige ich ihm mein Nikyo-Spiel (statische Nikyo-Übungsform, bei der es darauf ankommt, die blockierende Kraft von Uke ohne eigenen Krafteinsatz zu überlisten, manchmal lehrreich, meistens schmerzhaft). Berthold kommt, es entsteht ein interessanter Aikido-Tech-Talk.

15.00 – Die Matte füllt sich langsam.

15.30 – 3. Kata am Nachmittag. Mein Kopf und mein Bauch sind nicht auf einer Linie. Konzentriere ich mich auf die richtige Reihenfolge oder verbessere ich lieber meine Techniken? Die Ausführungen und die Reihenfolge sind auch bei der 3. Kata genau vorgeschrieben. Die muss man sich erst mal merken oder von Uke soufflieren lassen. Wer das beherrscht ist König! Noch bin ich Knecht. Alfred erklärt mir, dass die Technische Kommission die 3.Kata eben genau so verabschiedet hat und wir es erst mal genau so machen dürfen. Ich verstehe was er meint: Früher mussten wir die Katas üben, weil die TK das so beschlossen hatte, heute dürfen wir die Katas üben! Es handelt sich also um ein Privileg!

18.00 – Abendessen...

19.00 – Ich bin schon wieder auf der Matte und übe die 29 bis 32-er Stab-Kata. André Nocquet hatte mal erzählt: O-Sensei soll von festgelegten Formen und vom Abzählen von Bewegungen mit und ohne Partner nicht viel gehalten haben. Glück gehabt. Es kommt eben doch nicht so genau darauf an.

19.30 Das freie Training beginnt. Die Prüflinge üben fleißig ihr Programm. Ein Meister übt Randori mit mehreren Angreifern. Andere üben Techniken in Suwari-Waza und mit dem Stab. Udo verleiht der Kata seines Schülers den letzten Schliff, Schliff kommt eben von schleifen! Alfred Heymann ist im Zentrum des Geschehens und nimmt sich für alle Zeit. Er zeigt, warum der 3.Angreifer kein Problem ist, Stab und Arme nicht zwangsläufig einen Knoten bilden müssen, der Partner fallen muss obwohl er lieber stehen bleiben möchte...

21.30 Im Auto habe ich dann viel Zeit zum Nachdenken. Ich wurde freundlich aufgenommen und durfte gleich mitmachen, es war eine schöne, lockere Atmosphäre, danke liebe Aikidoka, danke Alfred! 1-te, 2-te, 3-te, 4-te Kata, ja, jetzt habe ich die Reihenfolge voll drauf!

Inzwischen habe ich mich zum Herbstlehrgang angemeldet.

 

Von: Michael Zimnik - Aikido-Club Stuttgart e.V.   Erstellt am:2007-02-22    Letzte Änderung:2007-02-22

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