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Aikido in Deutschland von 1965-2006

1965

Die Sektion "Aikido" im Deutschen Judobund (DJB) wird gegründet. Katsuaki Asai Sensei kommt als 4.Dan Aikido und offiziell beauftragter Lehrer des Aikikai nach Deutschland. K. Asai tritt in die Sektion Aikido des DJB ein.

Fast gleichzeitig kehrt Gerd Wischnewski als 2. Dan-Aikido aus Japan zurück. Er hatte während seines Japan-Aufenthalts (1963-1965) bei O-Sensei Aikido geübt und übernimmt das Amt des Bundestrainers in der Sektion "Aikido" im Deutschen Judobund.

1967

Nach längeren Querelen und Intrigen um die technische Führerschaft im DJB trennt sich K. Asai mit seinen Schülern vom DJB und gründet den Aikikai-Deutschland.

1971

Gerd Wischnewski tritt aus gesundheitlichen Problemen vom Amt des Bundestrainers zurück.

Die "Ki no Kenkyukai" (seit 2008 "Ki Society") wird von Koichi Tohei Sensei gegründet. Der deutschen Gruppe nennt sich "Ki-Aikido Deutschland".

1977

lösen sich die Aikidoka um Rolf Brand vom DJB und gründeten den Deutschen Aikido-Bund e.V.(DAB), dessen Aikido 25 Jahre lang durch Rolf Brand und Erhard Altenbrand geprägt wird.

1978

Hirokazu Kobayashi Sensei gibt den ersten Lehrgang in Deutschland. Weitere folgten. Er begeisterte einige fortgeschrittene Schüler des DAB, die darauf den DAB verlassen. Unter diesen Schülern sind Walter Oelschläger und Jürgen Rohrmann. Die, getreu den Vorgaben von Hirokazu Kobayashi, lose organisierte Gruppe hatte keinen Namen ausser dem Stil: "Aiki-Osaka".

1983

Michael Daishiro Nakajima trennt sich vom Tendoryu Aikido und gründet "Shinkido" als eine eigenständige Stilrichtung. Mit der Anerkennung durch den Aikikai 1995 wird die Organisation in "Aikido Shinki Rengo" umbenannt.

1984

Eginhard Köhler und Volker Riemann trennen sich mit einigen Aikidoka vom Aikikai-Deutschland und gründen die Freie Deutsche Aikido-Vereinigung (FDAV). Die FDAV orientiert sich technisch an Nobuyoshi Tamura Sensei, dem Beauftragten des Aikikai für Europa.

1986

Hiromichi Nagano Sensei gründet das erste Yoshinkan-(Aikido nach Gozo Shioda Sensei) Dojo in München. Weitere Dojos des "Aikido Yoshinkai Deutschland" eröffnen.

1988

Gerhard Walter und einige andere Aikidolehrer trennen sich vom Aikikai-Deutschland. Sie gründen der Bundesverband der Aikido-Schulen (BDAS, später BDAL). Die Mitglieder sind hauptsächlich professionelle Aikido-Lehrer mit eigenen Dojos.

1993

Der DJB konzentriert sich jetzt ausschliesslich auf sein Kerngeschäft: Judo. Die Aikidoka der Sektion Aikido verliessen den DJB und gründeten den Tendoryu Aikido-Verband Deutschland e.V. (TAD). Sie orientieren sich technisch an Kenji Shimizu Sensei.

1996

Nach dem Tod von Hirokazu Kobayashi spaltet sich die Aiki-Osaka Gemeinde Walter Oelschläger gründet die 3A (<>Académie Autonome d´Aikido) und drückt damit die Verbundenheit zur französischen 3A und André Cognard aus.

Gründung des unabhängigen Dachvereins "Stiftland Aikido e. V.", dem inzwischen einige Dojos in Deutschland und Tschechien angehören.

1997

Die Schüler von André Nocquet ausserhalb des DAB gründen in Blois(Frankreich) den internationalen Verband Dynamic Aikido Nocquet (D.A.N.). Die Gründung erfolgte mit ausdrücklicher Billigung von Meister Nocquet im Anschluß an den letzten von ihm persönlich geleiteten Lehrgang. Die Leitung wird Sensei John Emmerson aus England übertragen.

2000

Die Gründung des Verbands "Deutsche Aikido Renmei". Dieser Verband betreibt "Nishio-Aikido". Technisch wird das Aikido von Shoji Nishio Sensei durch seinen Schüler Ichiro Shishiya Sensei repräsentiert.

2001

Reiner Brauhardt löst sich mit einigen Schülern vom TAD und gründete die Aikido Cooperation International (ACI). Technisch entspricht der Stil immer noch dem Tendoryu-Aikido.

2002

Die in Deutschland lebenden Schüler Christian Tissier Sensei und Seichiro Endo Sensei gründen im Jahr 2000 das "Haus der Linien", die "Aikido Föderation Deutschland" (AFD).

Rolf Brand und Erhard Altenbrand verlassen den DAB und gründen die Aikido-Union Deutschland (AUD).

Kenjiro Yoshigasaki Sensei trennt sich vom Verband von Koichi Tohei Sensei und gründet den "Ki No Kenkyukai Association Internationale".

2003

Gründung des "Bundesverband Takemusu Aiki Deutschland" als Nachfolgeverband von "Iwama Ryu Germany". Administrativ und technisch wird der Verband von Ute und Mark van Meerendonk geleitet. Nach dem Tod von Morihiro Saito Sensei folgt der Verband nicht seinem Sohn Hitohiro Saito sondern nähert sich dem Aikikai.

2004

Hitohiro Saito Sensei trennt sich vom Aikikai und gründet den "Iwama Shinshin Aiki Shurenkai". Nicht nur die die deutsche Iwama-Ryu-Gemeinde ist gespalten. Die neue deutsche Gruppierung nennt sich "Iwama Shin Shin Aiki Shurenkai Deutschland" und reprasentiert die Iwama-Linie von Hitohiro Saito.

Ebenfalls im Jahre 2004 verließen einige deutsche Dojo die "Ki no Kenkyukai Association Internationale" von K. Yoshigasaki wieder und re-etablierten ihre Mitgliedschaft in K. Tohei's "Ki no Kenkyukai"; sie gründeten Ki no Kenkyukai Deutschland als offizielle deutsche Mitgliedsorganisation der "Ki no Kenkyukai" von K. Tohei.

2005

Giampiero Savegnano und seine Schüler, darunter auch Jürgen Rohrmann, gründen einen internationalen Verband mit dem Namen "A.I.A Bu Iku Kai Aikido International Kobayashi Hirokazu Ryu".

Ein weiterer Nishio-Aikidoverband der "Nishio Aikido Deutschland (NAD)" wird von Michael Russ gegründet, der sich an Paul Müller Sensei, einem französischen Schüler von Nishio Sensei, orientiert.

2006

Rolf Brand kündigt Eckhard Claaßen das Schüler-Lehrer-Verhältnis auf. Eckhard Claaßen und Roger Zieger "spalten" sich mit mehreren Landesverbänden von der AUD ab und gründen diesmal (Wer hätte gedacht???) keinen neuen Verband, sondern kehren in die Arme des DAB zurück!

Landesverbände

Die Mitglieder der großen Aikidoverbände (Aikikai,DAB,AUD,...) haben im Laufe der Zeit in den meisten Bundesländern eigene Landesverbände gegründet. Diese können wegen der große Anzahl hier nicht näher beschrieben werden.

Dachverbände

Es wurden auch einige Dachverbände ins Leben gerufen, um eine einheitliche Vertretung für alle Verbände gegenüber den Sportbünden (DSB/DOSB und deren angeschlossenen Landesverbänden) zu erhalten.

Im Jahr 1989 wurde unter dem Namen "Dachverband Deutscher Aikidoverbände" (DDAV) der erste Aikid-Dacverband gegründet. Mitglieder waren damals der DAB, die Sektion Aikido im DJB und der Aikikai Deutschland. Der DSB lehnte jedoch die Aufnahme ab. Nach dem Scheitern zerfiel der DDAV.

Jahre später wurde ein weiterer Versuch unternommen aus dem der "Bundesverband für Aikido in Deutschland" (BAD) hervorging. Die Mitgliedschaft können Einzelpersonen, Vereine und Verbände erhalten. Die angeschlossen Verbände und Gruppierungen bleiben nach dem Modell des BAD weitestgehend unabhängig. Nach dem System der Sportverbände(D(O)SB/LV) wurden mit der Zeit auch die erforderlichen Landesdachfachverbände gegründet.

Der erste Landes-Dachverband war 1992 der "Fachverband für Aikido in Bayern" (FAB), nach dessen Vorbild inclusive Namensgebung weitere Landes-Dachverbände entstanden:

Das Ziel, also die Mitgliedschaft im Landessportbund, wurde jedoch bisher nur vom FAB in Bayern erreicht. Dort ist aber der DAB(AVB) nicht Mitglied. Es wurde auch nie ein Aufnahmeantrag beim FAB gestellt.

Im Prinzip geht es bei der Mitgliedschaft im DOSB in erster Linie um Aikido-Übungsleiterlizenzen und öffentliche Zuschüsse, was auch ganz offen genannt wird. Die Mitgliedschaft im DOSB/LV über Dachverbände soll eine gerechte Verteilung von öffentlichen Zuschüsse auf alle Aikido-Gruppierungen ermöglichen.

Die jetzige Situation wird sich vermutlich nicht ändern, so lange der Deutsche Aikido-Bund e.V.(DAB) und seine angeschlossenen Landesverbände durch das Einplatz-Prinzip des DOSB eine Monopolstellung einnehmen.

Dabei ist der DAB(AVBW) durchaus bereit Dachverbandsfunktion zu übernehmen, wie der Versuch in Baden-Württemberg gezeigt hat. Die Bedingungen sind jedoch für den FABW nicht annehmbar.

Positiv vermerken lässt sich jedoch, dass es durchaus Bestrebungen auf allen Seiten gibt und die verschiedenen Interessensgruppen sich auf einander zu bewegen, auch wenn die messbaren Erfolge bisher eher bescheiden sind.

Zukunftsaussichten

Nachdem sich selbst kleine Verbände spalten, weil sich die direkten Meisterschüler der direkten Meisterschüler O-Senseis (Kein Schreibfehler!) durch eigene Verbände von einander abgrenzen, wird die Spalterits in den nächsten Jahren weiter um sich greifen.

Die aktuelle Situation lässt vermuten, dass diese Entwicklung erst dann gebremst wird, wenn es mehr Verbände als Aikidoka gibt. Das dürfte aber noch ein Weilchen dauern!

 

Von: Micha Z.   Erstellt am:2007-01-21    Letzte Änderung:2009-01-08

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